Packages vs. Compile

Was ist besser, fertige Packages (RPM/DEB/PKG/…) oder die Sourcen zu kompilieren?
Ich, für mich, habe meine Entscheidung getroffen: lieber selbst kompilieren. Denn „da weiß man was man hat“.

Im Vergleich sieht es für mich folgend aus.

 

RPMs:
+ Sehr schnell installiert/deinstalliert
+ Abhänigkeiten werden geprüft (teilweise werden aber auch gerade deswegen unter Umständen unnötige „Abhänigkeiten“ installiert)
+ Paketverwaltung
+ Wartbarkeit via „Mausklick“ (z.B. bei SuSe: „you“/“rug“; bei RedHat yum o.ä.)
+ Im Prinzip keine Kenntnisse erforderlich

– 08/15 Binarys und Installation
– Keine Anpassbarkeit an eigene Bedürfnisse (abgesehen natürlich von Konfig-Parametern)
– Keine Kontrolle über den Inhalt
– Eventuell werden „unnötige“ sogenannte dependencies installiert die nur beim build des Paketes, aber nicht beim fertigen binary, geraucht werden.
– Meist sind viele, meiner Meinung nach, interessante Optionen (beim Apache z.B. WebDAV oder Deflate; beim ProFTPD u.a. (sql-)quota oder bann-funktion usw.) nicht aktiviert bzw. aktivierbar da nur beim compile diese Funktionen aktiviert werden können und nicht wurden.
– Die „Lieblingssoftware“ wird bei den Packages (z.B. bei SuSe vsftp statt ProFTPD) nicht angeboten
– Libs/Programme verstecken sich in Paketen die man entweder nicht vermutet oder wo man nur einen einzigen kleinen Teil benötigt und den Rest installiert ma unnötigerweise gleich mit.
– Komplette Abhängigkeit vom Distributor (Suse/Debian/RedHat/Sun…) und damit meist erst spätere Sicherheitsupdates oder gar Einstellung von Sicherheitsupdates

 

Kompilieren:
+ Optimierungen der Binarys/Installation an das eigene System möglich
+ Umfangreiche Anpassbarkeit an eigene Bedürfnisse
+ Volle Kontrolle über die Sourcen
+ (Sicherheits)updates sind mitunter schneller verfügbar und unterliegen keinen Distributionszyklen (z.B. gibt es von Suse für SuSe9.0, nach nur drei Jahren, keinerlei Updates mehr! – Und ein upgrade auf z.B. 10.0 oder nur 9.3 ist, aus Erfahrung, unmöglich!)

– Dauert „5 Minuten“ länger
– Keine Paketverwaltung
– Keine automatische überprüfung auf Abhänigkeiten (oft ist aber das configure so gut und sagt einem vor dem make was fehlt)
– Keine Wartbarkeit via „Mausklick“
– Setzt (mitunter) Kenntnisse und Intelligenz vorraus

 

Das sind meine ersten Punkte (ggf. werde ich sie erweitern) die mir auf Anhieb eingefallen sind.
Ich nehme die paar Minuten Kompilierzeit gerne in Kauf dafür das ich mehr Optionen zur Auswahl und Kontrolle über das was ich da installiere habe. Aber das mag jeder für sich entscheiden.

 

Sicherlich kann man seine eigenen, angepassten, „spezial“ RPMs aus den SRPMs bauen.
Aber da IMHO nur „größere“ Organisationen ihre eigenen Pakete verteilen sei dies hier unberücksichtigt.

Hervorgehoben sei hier aber noch FreeBSD mit seinen ports. Welches die Vorteile von RPMs mit den des selbst kompilieren verbindet. Und als einzigen „Nachteil“ hat das es „5 Minuten“ länger dauert als mit fertig kompilierten Packages.

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